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Liga News | 1. Herren
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24.01.2012 DER RÜCKRUNDENSTART
  Handball-Gala folgt Desaster

Von Maria Kurth

"Das war ein verdienter Sieg für Halle" - Mit diesem Resümee von Eric Steinbrecher hätten wohl nur wenige gerechnet. Ein fairer Sportsmann ist der Trainer des Güsener HC allemal, doch dass seine Sieben bei Einheit Halle II mit 36:37 (16:17) verlieren würde, war nicht zu erwarten.
Halle l Etwas mehr als vier Monate ist es her, als die Güsener mit einer wahren Handball-Gala in die Saison 2011/12 starteten. Mit 47:33 (22:13) fegten die Schützlinge von Eric Steinbrecher damals ausgerechnet den Gegner aus der Halle, der nun für den ersten ordentlichen Dämpfer in Reihen des GHC sorgte. Mit dem Überraschungscoup am Sonntag durften die Saalestädter überhaupt erst den zweiten Sieg in dieser Saison feiern - und das nicht einmal unverdient. "Halle war einfach stark und hat uns vor allem mit seiner aggressiven Abwehrarbeit den Zahn gezogen", so Steinbrecher.
Dass das Spiel für sein Team kein Selbstläufer wird, wurde gleich zu Beginn deutlich. Über die Zwischenstände 2:2, 5:5 und 9:9 kamen die Gäste immer wieder zum Ausgleich. Beim 13:10 warfen die Saalestädter erstmals einen Drei-Tore-Vorsprung heraus. In dieser Phase kam der GHC mit der aggressiven Verteidigung des Außenseiters nicht zurecht und leisteten sich zudem viele Fehlwürfe. "Unsere Chancenverwertung in Hälfte eins war einfach nicht gut", bilanzierte Steinrecher. Erst gegen Ende der ersten Hälfte agierten die Güsener konsequenter und verkürzten bis zur Pause auf 16:17.
Nachdem die Güsener gut in Hälfte zwei starteten und auf 28:24 davonzogen, sah alles nach einem souveränen Erfolg des Favoriten aus, doch im Anschluss "haben wir uns die Zähne am HC-Keeper ausgebissen", so Steinbrecher, der mit ansehen musste, wie die Hallenser Stück für Stück herankamen und zum 33:33 ausglichen. In einer spannenden Endphase setzten sich die Hausherren auch mit dem nötigen Glück mit 37:36 durch. "Diese Niederlage war nicht eingeplant, aber vielleicht ist das ein guter Dämpfer, damit wir nicht abheben", zeigte sich Steinbrecher enttäuscht.

Güsener HC: Bretschneider, Teske - K. Haßbargen (13), Hennig (4), Kausch, Hoffmann (3), Steinbrecher, C. Haßbargen (8), Lehnau (3), R. Klewe (5), Steindorf

Deinert-Sieben enttäuscht die eigenen Fans
Von Christian Besecke

Nach dem tollen Auswärtssieg in der Vorwoche beim BSV 93 wollten Langenweddingens Sachsen-Anhalt-Liga Handballer im Heimspiel gegen die SG Spergau mit einem erneuten Erfolg weiterhin Anschluss an die Medaillenplätze halten. Die Gastgeber mussten sich einer eher enttäuschenden Begegnung 29:32 geschlagen geben.

Langenweddingen l Am Ende kam alles ganz anders, es war ziemlicher Frust in den Gesichtern der SVL-Handballer zu sehen. Großer Jubel auf der einen und Ernüchterung pur auf der anderen Seite gab es am Sonnabend in der Langenweddinger Sporthalle "Am Heßberg" nach Spielschluss.
Nur in der Anfangsphase war der SVL am Drücker und bestimmte über 1:0, 2:1 und 3:2 nach Treffern von Mario Seifert, David Stolze und Karl Herrmann den Spielbeginn. Doch nach und nach schlichen sich immer mehr Fehler ins eigene Spiel und die Gäste übernahmen vorerst die Kontrolle übers Spielgeschehen. Der SVL rannte nun stets einem Rückstand hinterher. Er verkürzte zwar durch Tim Heine, Alexander Rohr und Stefan Schult auf 4:5, 5:6 und 6:8, doch die vielen ungewohnten Unstimmigkeiten im Abwehrverhalten ermöglichten Spergau immer wieder einfache Tore über den Kreis, was sie zu einer 12:9-Führung nutzten. Einzig bei Matthias Krüger war die richtige Einstellung zu erkennen, denn mit starken Paraden hielt er sein Team im Spiel.
Die Deinert-Sieben, angetrieben mit der lautstarken Unterstützung ihrer vielen treuen Fans, befand sich jetzt in ihrer stärksten Spielphase, war nun wütend und mit mehr Konzentration und Aggressivität verkürzte sie Tor um Tor. Mario Seifert sowie ein Doppelpack von Karl Herrmann und David Stolze vom Strafwurfpunkt drehten die Partie und brachten ihr Team beim 13:12 erstmalig wieder in Führung. Dann scheiterte man erneut am glänzend aufgelegten Gästetorhüter - die Gäste glichen nicht nur aus, sondern gingen mit 14:13 in Führung.
Der SVL schaffte es erneut nicht, die Qualitäten eines Mario Seifert auszunutzen. Viel zu wenig wurde er ins Spiel mit eingebunden und musste sich seine Würfe zu oft allein vorbereiten.
Aber auch David Stolze gelang an diesem Tag nicht viel, gerade mal ein Feldtor entsprechen natürlich nicht seinem wirklichen Leistungsniveau. Er war es aber, der im letzten Angriff vor dem Seitenwechsel noch einmal toll auf Alexander Rohr ablegte, der quasi mit dem Halbzeitpfiff zum 14:14 ausglicht.
Die Partie blieb nun ausgeglichen, keiner konnte sich absetzten. Erst führten die Gäste beim 15:16 und 16:17, danach legte der SVL nach Toren von Stefan Schult und Karl Herrmann zum 18:17 und 19:18 vor. Jetzt dachte jeder, der SVL könne die Partie zu seinen Gunsten vorentscheiden, doch weit gefehlt. Es fehlte einfach der nötige Biss. Zu überhastet, ohne den Kopf oben zu halten, wurden die nachfolgenden Angriffe vorgetragen. Spergau drehte erneut das Spiel, denn die Einheimischen ließen weiterhin zu oft klarste Tor-abschlüsse liegen. Auch auch im Abwehrverhalten waren es immer wieder die Gäste, welche die Abpraller nach toller Krüger-Parade bekamen und dann freistehend verwandelten. Über 21:23 und 22:25 bekamen sie immer mehr Sicherheit in ihre eigenen Aktionen.
Es war lediglich Routinier Matthias Schröder, der sich irgendwie gegen diesen Rückstand wehrte, er verkürzte zusammen mit Karl Herrmann auf 25:26. Mario Seifert gelang das 26:28, doch weniger als einen zwei-Tore-Rückstand, ließen die Gäste nicht zu. Zu clever spielten sie ihre Angriffe herunter und bestraften jeden Fehler der Gastgeber, der seinem Gegenüber nichts mehr entgegenzusetzen hatte und sich am Ende schon ein wenig unerwartet mit 29:32 geschlagen geben musste.
Nun geht es am kommenden Wochenende zum gewiss nicht einfachen Auswärtsspiel nach Wernigerode, wo eigentlich unbedingt gepunktet werden muss, wenn man nicht nach unten durchgereicht werden will, denn die Konkurrenz rückt immer näher.

SV Langenweddingen: M. Krüger - C. Bzdok, D. Stolze (5 Tore), C. Stark, R. Schult, K. Shimao, M. Schröder (3), K. Herrmann (7), M. Seifert (3), T. Heine (1), Alexander Rohr (5), S. Schult (5)



Seidler erklärt Keeper Beyer zum Matchwinner
VON TORSTEN KÜHL,
HSV-Trainerin Ines Seidler hatte wieder Grund...

SEEHAUSEN. Verfolger TSG Calbe hatte am Sonnabend mit einem klaren 32:18 gegen Wernigerode vorgelegt, aber der HSV Naumburg-Stößen ließ sich gestern Nachmittag auch von der abstiegsbedrohten SG Seehausen nicht überraschen. Der Tabellenführer der Sachsen-Anhalt-Liga aus dem Burgenlandkreis gewann die Partie in der Altmark am Ende noch sicher mit 36:28 (18:20) und behauptete vor dem mit Spannung erwarteten Spitzenspiel gegen Calbe (am kommenden Sonnabend, 28. Januar, 19.30 Uhr, Seminarstraße) seinen Zwei-Punkte-Vorsprung.

"Das Ergebnis spiegelt in keinster Weise wider, wie hart wir für diesen Sieg kämpfen mussten", sagte HSV-Trainerin Ines Seidler unmittelbar nach dem Spiel. Sie sprach von der bislang schlechtesten Saisonleistung, vor allem in der Abwehr, die ihr Team in der ersten Halbzeit gezeigt habe. "Da waren die Jungs irgendwie nicht frisch genug im Kopf und stets einen Tick zu spät. Und mit der robust agierenden 6:0-Deckung der Hausherren sind wir überhaupt nicht zurechtgekommen." Zudem musste mit Sebastian Fende (eingeklemmter Nerv im Rücken) bereits nach zwei Minuten der nächste Rückraumwerfer der Burgenländer nach Jan Schindler (Kniescheibenbruch, Tageblatt / MZ berichtete) vom Feld. Der grippekranke Kreisläufer Sascha Kluge war erst gar nicht mit nach Seehausen gereist.

Nach dem Seitenwechsel habe der HSV dann das gezeigt, was ihn in dieser Saison auszeichnet: Leidenschaft und Teamgeist. Die Gäste verwandelten den überraschenden Pausenrückstand (siehe auch "Spielfilm") sofort in eine Führung, die sie nicht mehr abgaben. Zum Gewinner der Partie ernannte Seidler ihren an diesem Tag einzigen Keeper (weil Sandro Zacher arbeitsbedingt ebenfalls fehlte). "Was ,Locke’ geleistet hat, war unglaublich", freute sich die Trainerin über die Leistung von Tobias Beyer, der 14 Würfe sowie drei Siebenmeter der Seehausener entschärfte. Damit kompensierte Beyer auch die Abschlussschwäche seines eigenen Teams, das zahlreiche sogenannte hundertprozentige Torchancen - darunter ebenfalls drei Siebenmeter (von Benecke, Seyfarth beziehungsweise Kilz geworfen) - vergab.
Und auch nachdem Ants Benecke Mitte der zweiten Halbzeit wegen der dritten Zeitstrafe die Rote Karte gesehen hatte, ließ sich der HSV den so wichtigen Sieg - schließlich hat er das "Vier-Punkte-Spiel" gegen die TSG Calbe vor Augen - nicht mehr nehmen.

Naumburg-Stößen:

Tobias Beyer; Ants Benecke 5, Tobias Seyfarth 11 / 1, Thomas Slamka, Marcus Deibicht 5, Christian Lange, Sebastian Fende 1, Tobias Ufer 7, Stephan Schreiber 3, Paul Engelmann, Marcel Kilz 4 / 1, Steffen Baumgart. Spielfilm: 2:3 (5. Minute), 5:7 (10.), 10:9 (15.), 13:12 (20.), 17:15 (25.), 20:18 (Halbzeit), 20:21 (35.), 21:23 (40.), 22:26 (45.), 23:30 (50.), 24:32 (55.), 28:36 (Endstand).

Zweite Halbzeit gleicht Desaster
Von Florian Bortfeldt
Wernigerode l Den Rückrundenstart der Sachsen-Anhalt-Liga hat der HV Wernigerode mächtig verpatzt: Beim Tabellenzweiten TSG Calbe unterlag die Mannschaft um Spielertrainer Dimitri Filippow mit 18:32 (10:13).
Die Gastgeber erwischten in der heimischen Hegersporthalle einen start nach Maß: Schnell lag die TSG mit 3:0 vorne. Grund für den Rückstand war aus Sicht der Wernigeröder die fehlende Abschlussstärke im Angriff. Eigene Offensivaktionen blieben erfolglos, stattdessen legte Calbe mit Kontern vor und setzte eine erste Duftmarke. " Das Team hat in dieser Phase eindeutig die Vorgaben des Trainers nicht umgesetzt", blickte Co-Trainer Marco Götting gestern zurück.
Der HVW meldete sich jedoch wieder zurück und glich jeweils zum 4:4 und 6:6 aus. Jetzt war die Begegnung ausgeglichener, wenngleich die Saalestädter danach wieder knapp eine Führung behaupteten (8:6, 10:7). Wernigerode hatte weiterhin mit seiner Abschlussschwäche zu kämpfen. Der Rückstand wurde beim 10:13 zur Halbzeit aber in Grenzen gehalten.
Einer sachlichen Pausenansprache folgte dann der totale Kollaps. Aus Sicht des HVW lief nichts mehr, zudem verletzte sich Norman Hoffmann frühzeitig am Sprunggelenk, so dass Florian Fahrtmann im Rückraum quasi allein für Gefahr sorgen musste.
Das klappte nicht so recht, denn beim 17:10 war eine Vorentscheidung gefallen. Jetzt haderten die Gäste auch mehr mit den Schiedsrichtern, der Fokus auf das Wesentliche war dahin. Die Filippow-Sieben verlor völlig den Rhythmus und musste im zweiten Abschnitt immer wieder Zeitstrafen einstecken (6).
Aus dem Rückraum kam kaum Druck, die Außen hatten wenig Platz, um zum Abschluss zu kommen. Beim 25:15 ergab sich der HVW schließlich seinem Schicksal. Beide Torhüter waren nun beinahe ausschließlich Gegenstößen ausgesetzt. Die TSG lief einen Konter nach dem anderen und erhöhte so den Zwischenstand. Am Ende unterlagen die überforderten Harzer Gäste klar mit 14 Toren Differenz.
"Die zweite Hälfte glich einem Desaster. Nach der Verletzung von Hoffmann fehlten uns aber auch die Alternativen", fasste Götting zusammen und blickte schon voraus, "mit Langenweddingen wird es in der kommenden Woche nicht einfacher."

HV Wernigerode: Zimmermann, Wisotzky - Uhlmann, Berge (1), Meißner, Hoffmann (4/1), Nierlein (4/1), Ahlsleben (1), Fahrtmann (6), Erdmann, Gladuhn, Karau, Boje, Filippow (2;)

Siebenmeter: TSG Calbe 5/3, HVW 3/2;
Zeitstrafen: TSG Calbe 2, HVW 8.
"Gnadenlos gut" - TSG wirft sich für Spitzenspiel warm

Von Björn Richter

Calbe l Ein Olympiasieger und Weltmeister wie Dimitri Filippov mag schon viel erlebt und gesehen haben. Doch auch er fand am Sonnabend keine Worte für das, was die von ihm trainierten Sachsen-Anhalt-Liga-Handballer des HV Wernigerode am Sonnabend beim 18:32 (10:13) in Calbe ablieferten, daher musste Co-Trainer Marco Götting übernehmen und fasste zusammen: "Die zweite Halbzeit glich einem Desaster."
Auf der Gegenseite überwog naturgemäß die Zufriedenheit. "Die nur 18 Gegentreffer resultieren aus einer guten Abwehrleistung, einer besseren als noch gegen Spergau sowie einem gut aufgelegten Stefan Wiederhold im Tor", erklärte Peter Weiß, Co-Trainer der TSG Calbe. Doch nachdem sich seine Mannschaft früh mit 3:1 abgesetzt hatte, dürfte der TSG-Bank auch nicht alles geschmeckt haben, was nun folgte. Sieben Fehlwürfe leisteten sich die Gastgeber, die Harzer nutzten die Calbenser Abschlussschwäche aus, glichen zum 4:4, 5:5 und 6:6 aus. "Diese Phase trug auch Schuld daran, dass wir uns nicht schon zur Pause deutlich abgesetzt haben", sagte Weiß. Denn Wernigerode gestaltete die Partie bis zur Halbzeitsirene offener, haderte jedoch nun auch vermehrt mit dem Torabschluss, so dass die Hausherren eine Drei-Tore-Führung zur Pause verbuchten.

Doch nach dem Seitenwechsel zog die TSG die Zügel merklich an. In dieser Phase verletzte sich zudem Wernigerodes Norman Hoffmann am Sprunggelenk, Altmeister Filippov sah sich zum Handeln gezwungen und betrat selbst die Platte. Calbe reagierte durch eine offensive Deckung gegen den 42-Jährigen, "René Hulha hat das sehr anständig gelöst", befand man auf der TSG-Bank.

Weil bei den Gästen in der Offensive immer weniger lief, boten sich für die Saalestädter Kontermöglichkeiten, die diese eiskalt nutzten und über das 17:10 spätestens beim 25:15 eine Vorentscheidung herbeiführten. Vor allem im Passspiel auf den Konterläufer bewiesen die Calbenser Köpfchen und vor allem Auge, "gnadenlos gut", hätten seine Spieler die Bälle zum Gegenstoß gebracht, befand Weiß. Positiv anzumerken war auch, dass trotz des sich abzeichnenden Kantersieges die Konzentration gleichmäßig oben blieb. Auch in der Abwehr machte sich dies bemerkbar, die gerade einmal acht Wernigeröder Tore im zweiten Abschnitt sprachen für sich.

Mit dem 32:18-Sieg schossen sich die Calbenser also warm für das Spitzenspiel am kommenden Sonnabend. Dann reist der Tabellenzweite zum Ligaprimus HSV Naumburg-Stößen, der Begriff "richtungsweisend" mag sicher keine Übetreibung mit Blick auf die Partie sein, wie auch Weiß befand: "Wir lassen das Wernigerode-Spiel erst einmal sacken und gehen dann nahtlos in die Anspannungsphase für das kommende Wochenende über."

TSG Calbe: Wiederhold - Walter (1), Knörich, B. Rätzel, Barby (2), Krause (2), Doll (1), Hulha (9), Roost, N. Rätzel (1), Kralik, Sowa (7), Hübner (9)

HV Wernigerode: Zimmermann, Wisotzky - Uhlmann, Berge (1), Meißner, Hoffmann (4), Nierlein (4), Ahlsleben (1), Fahrtmann (6), Erdmann, Gladuhn, Karau, Boje, Filippov (2)

Siebenmeter: TSG 5/3 - HVW 3/2; Zeitstrafen: TSG 2 - HVW 8
 
Liga News Quelle: div.hp 1. Herren
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