HSV III – Licht und Schatten

(nsc) Das Spiel des HSV Haldensleben III gegen den bis dahin weitgehend unbekannten Gegner Eintracht Immekath begann eigentlich verheißungsvoll – wir gingen mit 1:0 in Führung und dachten wohl kurzzeitig, das wird ein lockerer Sonntagsspaziergang. Doch dann kam die Realität schneller als der erste Schweißausbruch: drei Gegentore in kürzester Zeit, und unser Angriff? Nun ja, eher ein wildes Durcheinander aus Ideenlosigkeit und Krampf. Die hehre Zielsetzung, diszipliniert und clever aufzutreten, war zu diesem Zeitpunkt so sichtbar wie ein Regenschirm in der Wüste. Beim Stand von 2:5 in der elften Minute reichte es Trainer Schünemann, der sofort die grüne Karte zückte und gleich mal beide Rückraumspieler (Vester, Schulze) vom Feld nahm. Bis dahin hatten die beiden ungefähr so viel Glück wie ein Regenschirm im Orkan.

Mit Dannehl und Youngster Garitz kam dann ein Hauch von Schwung in den Angriff. Garitz zeigte, dass er Potenzial für die Zukunft hat, während Dannehl seine Erfahrung einbrachte. Leider blieb die Abwehr weiter löchrig wie ein Schweizer Käse, und Torhüter Michl wurde regelmäßig von seinen Vorderleuten im Stich gelassen. So kam Immekath immer wieder zu leichten Toren aus der zweiten Reihe oder vom Kreis. Beim 11:14 in der 25. Minute keimte noch ein wenig Hoffnung, aber bis zur Halbzeit zogen die Gäste erneut davon. Mit 13:18 ging es in die Kabine – und Trainer Schünemann war, höflich ausgedrückt, nicht amüsiert. Seine Ansprache fiel entsprechend energisch aus: „Zeigt endlich, wer hier das Sagen hat!“ Leider konnte man den Eindruck gewinnen, dass dies eher ein Wunsch als eine Selbstverständlichkeit war.

Die zweite Halbzeit startete ebenfalls denkbar schlecht: gleich eine Zeitstrafe, dazu keine Tore in den ersten Minuten. Erst ein Treffer von Andy Krüger sorgte dafür, dass die Mannschaft plötzlich so etwas wie Leben zeigte. Die Abwehr stellte sich auf ein 4:2-System um, und Torwart Witt, inzwischen im Kasten, glänzte mit zahlreichen Paraden. Auf einmal wirkte das Team wach, bissig und gewillt, den Rückstand Stück für Stück zu verkürzen. In der 40. Minute stand es 17:20, und Immekath musste eine Auszeit nehmen – ein klares Zeichen, dass wir endlich im Spiel waren.

Von da an lief es besser: über Kampf und endlich auch spielerische Lösungen kamen wir Tor für Tor heran. Besonders Patrick Trültzsch wurde immer wieder auf Außen freigespielt – und wie er dann traf, war ein Schauspiel für sich. Seine Bälle flogen so langsam Richtung Tor, dass das Publikum genug Zeit hatte, sich ein Getränk zu holen und wieder zurückzukommen. Nicht einmal das Tornetz bewegte sich, so gemächlich schwebten seine Würfe ins Ziel – aber genau das machte sie unhaltbar. Während die gegnerischen Torhüter noch überlegten, ob sie lieber die Fliegen fangen oder den Ball, stand es schon +1 für uns. Eine Art Zen-Handball, bei dem Ruhe eben die größte Waffe ist.

Auch Vester fand endlich in sein 1:1-Verhalten und brachte die Abwehr der Gäste ins Wanken. In der 57. Minute gelang tatsächlich der Ausgleich zum 24:24 – die Halle bebte, die Bank tobte, und man hatte das Gefühl, hier könnte noch ein Heimsieg herausspringen. Doch dann kam das, was man so schön „unnötiges Pech“ nennt: ein vergebener Siebenmeter, dazu ein klar vergebener Wurf vom Kreis. Immekath blieb eiskalt, traf doppelt, und so stand es plötzlich 24:26. Trotz aller Bemühungen reichte die letzte Minute nicht mehr, und am Ende mussten wir uns mit 25:27 geschlagen geben.

Das Fazit fällt ernüchternd, aber auch klar aus: Wer eine Halbzeit lang komplett ohne Zugriff spielt, kann am Ende kein Spiel gewinnen. Die Leistung reichte schlicht nicht für 60 Minuten, und so liegen Licht und Schatten beim HSV III wieder einmal ganz eng beieinander. Positiv hervorzuheben sind die starke Leistung des A-Jugendlichen Jacob Garitz, die ganz speziellen Tore von Patrick Trültzsch auf Außen sowie die Paraden von Marvin Witt, der in Halbzeit zwei dafür sorgte, dass überhaupt noch Hoffnung bestand. Trotz der Niederlage gilt es nun: Kopf hoch, weiterarbeiten und am kommenden Sonntag in Magdeburg gegen den TuS 1860 MD endlich mal 60 Minuten lang zeigen, was in dieser Mannschaft steckt.

#EinTEAM #BatterieFEUER!!

3.Männer: Tor: Michl, Witt, Feld: Krüger (2), Dannehl (6), Frohse, Höchel, Heinecke, Gutsch, Schmidt, Garitz (3), Vester (4), Luer, Radke, Jagla (1), Trültzsch (8), Schulze (1)

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