Auswärtssieg – mit Jugend und Legenden

(nsc) Das unglaubliche einem Wunder nahe ist geschehen. Die 3.Mannschaft kann auch ohne ihren Kreislaufgott Schufft gewinnen. Der epische Auswärtssieg der 3.Mannschaft des HSV Haldensleben

Wer hätte das gedacht? Die 3.Mannschaft des HSV Haldensleben holt tatsächlich einen Auswärtssieg – und das, obwohl Kreislauf-Guru, Tempelpriester der Blutdruckschwankungen und lebende Legende Schufft nicht anwesend war. Zum ersten Mal seit der Kreidezeit gewann man also ohne das heilige Drehen seines Pulses. Und als wäre das nicht schon historisch genug, gab es noch einen Mann, der diesen Nachmittag endgültig in den Annalen der Vereinschronik einbrannte: Marc Deutschmann, der Held, der Titan, der halbgöttliche Vater von mehreren Kindern – und erstmals hat er mehr Tore geworfen, als Sprösslinge von ihm existieren. Dazu nutzte er die Fließrichtung seiner Gesichtsfalten als natürliche Schweißrinnen und schleuderte die Bälle schneller aufs Tor als der Schuss einer Magnum (Achtung Wortwitz: einer Marcnum) Hollywood ruft bereits an.

Doch zunächst sah es gar nicht nach Handball aus – eher nach Impro-Theater. Die großen Sorgen vor dem Spektakel: Kein Training? Kein Problem. – Krankheitswelle und Termine? Nebensächlich. – Mannschaft gerade so spielfähig? Läuft. – A-Jugend als Feuerwehr? Perfekt. Die Zielsetzung des Tages war einfach: gut aussehen, wenig falsch machen, als Team auftreten und im hektischen Chaos so ruhig bleiben wie ein Parkscheinautomat.

1. Halbzeit – Der Gegner fliegt, der HSV lebt

Das Spiel begann verhalten, man tastete sich ab wie zwei Senioren im Dunkeln. Doch dann – nach fünf Minuten – stellte man fest: Wir halten hier tatsächlich mit! Der Gegner dagegen hatte anscheinend den Espresso doppelt genommen und war so übermotiviert, dass er bereits nach sechs Minuten eine rote Karte wegen Unsportlichkeit kassierte. Die Halle kochte. Der Gegner fauchte. Die Schiedsrichter schluckten. Und der HSV dachte sich: Bitte nicht anstecken lassen. Die Frustration des Gegners wuchs danach schneller als die Reparaturkosten eines alten Opel Corsa. Fehlpässe, Diskussionen, wilde Gesten – alles dabei. Und mittendrin: Marvin Witt, der Mann, der mit seinen Paraden gegnerische Alpträume produziert. Er nahm freie Würfe weg wie Kekse aus einer offenen Dose und trieb den Gegner damit endgültig an den Rand der Selbstauflösung. Die Abwehr stand stabil, besonders Lukas Höchel aus der A-Jugend glänzte im Zentrum. Beeindruckend, wie er dort aufräumte, als hätte er gerade erst in der Schule über „Ordnung halten im Handball“ eine Eins geschrieben. In der 15. Minute führte man mit zwei Toren, kurz vor der Pause sogar mit drei. Doch dann überkam die Mannschaft ein kollektiver Nervositätsanfall, und in nur zwei Angriffen war die schöne Führung dahin. Halbzeit: 15:16. In der Kabine hingen die Köpfe kurz – doch Trainer Schünemann motivierte, als würde er eine Armee in den Krieg schicken: „Heute belohnen wir uns! Heute nehmen wir das Ding mit!“

2. Halbzeit – Wo Helden wachsen und Schnaufer zu Schlachtrufen werden

Direkt nach Wiederanpfiff sorgten Sandro Gutsch und – selbstverständlich – Marc Deutschmann mit zwei herrlichen Toren für Ruhe. Dazu hielt Marvin Witt gleich mal einen Ball fest, als wäre es ein Goldbarren. Thorben Faßelt, ebenfalls A-Jugend, bekam nun seine ersten Männer-Minuten. Und er zeigte sofort, dass er bereit ist, für das Team barfuß über Reißzwecken zu laufen. Beim Stand von 20:19 nach einer Zeitstrafe wurde es noch einmal eng. Doch dann kam Andy Krüger, nahm das Spiel wie einen störrischen Esel an der Leine und warf drei Tore in Folge. Moritz Schulze legte nach – 20:23. Trotz der roten Karte gegen Moritz Schulze (3×2 Minuten – das volle Bingo) spielte der HSV einfach weiter, als wäre nichts gewesen. Abwehr stabil, Torwart stark, Angriff ruhig und kontrolliert.

Und dann – natürlich – begann die goldene Ära des Marc Deutschmann. Fast 50 Jahre alt, aber mit der Dynamik eines frisch adoptierten Border Collies. Drei geniale Tore in den letzten 15 Minuten hielten die Mannschaft auf Kurs. Der Gegner drehte zwar mit Tempospiel noch einmal auf, aber der HSV blieb cooler als ein ungeöffnetes Eisfach. Es wurde hektisch, es wurde eng, doch dieses Mal belohnte sich die Mannschaft selbst: 28:29 Auswärtssieg in Seehausen/Altmark.

Fazit: Ein Spiel, das man nicht so schnell vergisst. Ein Team, das zusammengewachsen ist. A-Jugend, die Verantwortung übernommen hat. Ein Gegner, der an sich selbst scheiterte. Ein Marc Deutschmann, der Legendenstatus erlangte. Und all das – man glaubt es kaum – ohne Kreislaufgott Nils Schufft.

Großen Dank an alle 5 Zuschauer, die am Samstag dabei waren und diesen historischen Tag für die 3.Mannschaft des HSV Haldensleben möglich gemacht haben.

#EinTEAM #BatterieFEUER!!

3.Männer: Tor: Witt, Michl, Feld: Deutschmann (5 Tore), Schulze E. (1), Krüger (9), Höchel, Gutsch (2), Vester (2), Lüer (2), Radke, Faßelt, Trültzsch (7), Schulze M. (1)

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