Großer Kampf gegen den Aufstiegsaspiranten

(dbi) Vier Tage vor Heiligabend standen die Oberliga-Handballer des HSV Haldensleben am vergangenen Samstag letztmalig in diesem Jahr auf dem Parkett der heimischen Ohrelandhalle. Zum Dank an ein turbulentes Jahr 2025 schenkte der Vorstand den Zuschauern vor dem Spiel persönlich Glühwein und Punsch aus, um die Halle schon vor dem Anpfiff von innen einzuheizen. Gegner der Partie war mit der SG Spergau kein Geringerer als der aktuelle Tabellenzweite und Aufstiegsanwärter der Liga. Der HSV hingegen ging als abgeschlagenes Schlusslicht in die Begegnung. Nur die kühnsten Optimisten hatten den Rolandstädtern an diesem Nachmittag eine echte Chance eingeräumt.

Doch genau diese wollten die Männer von Trainer Fabian Damerau nutzen. Gleich zu Beginn rieben sich viele Zuschauer verwundert die Augen, wie stark der HSV aufspielte. Zwar gelang es den Haldenslebern in dieser Saison häufig, in der Anfangsphase mit den Gegnern mitzuhalten, doch allzu oft riss dieser Faden im weiteren Spielverlauf ab. Nicht so an diesem Tag. Der HSV legte immer wieder vor und präsentierte sich mutig, entschlossen und kämpferisch. Christopher Strauß erwies sich dabei einmal mehr als sicherer Rückhalt und vernagelte sein Tor, gestützt von einer gut sortierten Abwehr. Im Angriff war es vor allem Bennet Körtge, der mit seinen 13 Treffern maßgeblichen Anteil daran hatte, dass der HSV in der ersten Halbzeit die Nase vorn behielt. Immer wieder fand er Lösungen gegen die kompakte Spergauer Defensive und trieb sein Team an. Sieben Sekunden vor dem Halbzeitpfiff war es schließlich Tommy Hinze, der den Ball zur umjubelten 17:14-Führung im Tor unterbrachte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt spürte jeder in der Halle: Hier geht heute etwas.

Für den 40-jährigen Tommy Hinze war es ein ganz besonderes Spiel. Erst zu Beginn der Saison nach Haldensleben gewechselt, absolvierte er gegen Spergau sein letztes Spiel im HSV-Dress, ehe es ihn im Januar beruflich in die USA zieht. Mit sechs Toren, viel Übersicht und einem eigenen kleinen Fanclub auf der Tribüne setzte auch er markante Akzente an diesem Nachmittag.

Auch der Start in die zweite Halbzeit verlief nach Maß. Beim Stand von 20:16 hatte der HSV sogar zweimal die Möglichkeit, auf fünf Tore davonzuziehen, ließ diese Chancen jedoch ungenutzt. In der Folge fanden die Gäste aus Spergau wieder besser ins Spiel und glichen in der 45. Minute erstmals wieder aus. Die Unsicherheit des Abstiegskampfs wurde den Haldenslebern nun zunehmend ins Gesicht geschrieben. Vor allem fehlende Struktur im Angriff führte dazu, dass viele Angriffe überhastet und mit Halbchancen abgeschlossen wurden. In der 54. Minute gingen die Spergauer erstmals mit zwei Toren in Führung, und viele Zuschauer befürchteten, dass die Partie nun endgültig zugunsten der Gäste kippen würde. Doch der umjubelte Ausgleich zum 26:26 durch Daniel Bierhals leitete eine packende Crunchtime ein. Diese entschieden die Gäste schließlich knapp für sich und nahmen mit dem 27:28-Erfolg zwei Punkte sowie Tabellenplatz zwei mit unter den Weihnachtsbaum.

Einmal mehr zeigte der HSV Haldensleben, wozu die Mannschaft imstande ist. Doch wie so oft in dieser Saison blieb, der verdiente Lohn aus. Auch die anerkennenden Worte des Spitzenteams ändern nichts an der ernüchternden Tabellenlage. Nun gilt es zunächst, den Handball für ein paar Tage beiseitezuschieben und die Zeit mit der Familie zu genießen, ehe am 17. Januar im neuen Jahr die Rückrunde in Wernigerode eröffnet wird.

#EinTEAM #BatterieFEUER!!

Nach oben scrollen