Starke Moral gegen den Ligaprimus

(dbi) Vergangenen Samstag empfing der HSV Haldensleben den Tabellenführer BSV 93 Magdeburg. Die Ausgangslage war klar: Während die Rolandstädter mit nur einem Saisonsieg am Tabellenende stehen, steuern die Magdeburger mit nur einer Niederlage souverän Richtung Meisterschaft. Auch das deutliche 20:35 aus dem Hinspiel ließ die Rollen vorab eindeutig erscheinen und sorgte bei vielen Zuschauern für niedrige Erwartungen an den Ausgang der Partie.

Nach den schwierigen vergangenen Wochen und der zuletzt desaströsen Leistung gegen Radis wollte sich der HSV jedoch deutlich anders präsentieren. Intensive interne Gespräche und eine gute Trainingswoche sorgten dafür, dass die Mannschaft mit einer klaren „Nichts-zu-verlieren“-Mentalität in die Partie ging – und diese war von Beginn an spürbar. Einsatz, Körpersprache und gegenseitige Unterstützung passten von der ersten Minute an. Vor allem die Abwehrleistung entwickelte sich erneut zum entscheidenden Faktor. Nach 13 Minuten zeigte die Anzeigetafel beim Stand von 3:5 nur wenige Gegentore. Die Defensive arbeitete kompakt, verschob gut und nahm dem Ligaprimus früh den Rhythmus. Das große Manko an diesem Abend blieb jedoch die Chancenverwertung. Immer wieder wurden Angriffe sauber vorbereitet und gut herausgespielt, scheiterten aber am überragenden Magdeburger Torhüter. Auch vom Siebenmeterpunkt fehlte die nötige Konsequenz – lediglich zwei von fünf Versuchen fanden den Weg ins Tor. Bis zur 20. Minute setzte sich der BSV etwas auf 4:8 ab, doch der HSV kämpfte sich mit viel Leidenschaft zurück in die Partie. Durch Bennet Körtge, der mit zehn Treffern erneut bester Torschütze seines Teams wurde, verkürzten die Hausherren auf 7:8 (23. Minute). Mit einem knappen 11:13 ging es in die Halbzeitpause – und dem berechtigten Gefühl, dass an diesem Tag durchaus mehr möglich ist.

Der Start in die zweite Hälfte verlief zunächst holprig. Unsicherheiten bei den Abwehr-Angriff-Wechseln nutzte der Spitzenreiter konsequent aus und erhöhte bis zur 40. Minute auf 14:20. Doch Haldensleben gab sich nicht auf, blieb geschlossen und zeigte erneut große Moral. Angeführt von einer kämpferischen Abwehrarbeit kämpften sich die Gastgeber Tor um Tor heran, während der Favorit zunehmend nervöser wirkte. Beim 23:24 durch Timo Motzko drei Minuten vor Schluss stand der Tabellenführer plötzlich unter erheblichem Druck. Die Aufholjagd wurde jedoch nicht belohnt. In der entscheidenden Phase ließ der HSV erneut Chancen ungenutzt, und mit dem 23:26 kurz vor Schluss war die Partie entschieden. Für einen sehenswerten Abschluss sorgte Hannes Kruse mit einem Kempa-Trick zum 24:26-Endstand, der von den Zuschauern noch einmal lautstark gefeiert wurde.

Trotz der erneuten Niederlage überwog am Ende der Stolz über die gezeigte Leistung. Zwar blieb der Ärger über die mangelhafte Chancenverwertung, gleichzeitig bewies der HSV Haldensleben, dass er auch gegen die Übermannschaft der Liga konkurrenzfähig sein kann. Auf diese Leistung und die neu gewonnene Geschlossenheit wollen die Rolandstädter in der kommenden Woche beim nächsten schweren Auswärtsspiel bei der TSG Calbe aufbauen.

#EinTEAM #BatterieFEUER!!

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