Eine Legende fehlt – Heimsieg zählt

(nsc) Am Samstagabend kam es zum mit Spannung erwarteten Aufeinandertreffen zwischen der dritten Mannschaft des HSV Haldensleben und dem TuS Magdeburg. Die Voraussetzungen für den HSV waren gut – also zumindest so gut, wie sie sein können, wenn kurz vor Spielbeginn eine Handballlegende ausfällt, weil ihr linker kleiner Zeh beschlossen hat, eine tragische Hauptrolle zu übernehmen.

Denn die Legende Nils Schufft musste kurzfristig passen. Diagnose: eine furchtbare Verletzung am linken kleinen Zeh. Augenzeugen berichten von Szenen, die selbst erfahrene Mediziner erschaudern lassen würden. Andere behaupten, der Zeh habe einfach beschlossen, nicht mehr mit dem Rest des Körpers zu kooperieren. Wie auch immer – Schufft fiel aus. Tragisch. Dramatisch. Aber immerhin konnte er später als Zuschauer unter Schmerzen moralische Unterstützung leisten.

Coach Schünemann blieb dennoch entspannt wie ein Grillmeister im Hochsommer. Die Bank war voll besetzt und zusätzlich stand Unterstützung aus der A-Jugend bereit. Kurz gesagt: genug frische Beine, um Magdeburg das Leben schwer zu machen. Schon früh setzte der HSV ein Zeichen. Das 1:0 durch Vester ließ die Halle beben. Vester – von Teamkollegen liebevoll beschrieben als „ein Mann, ein Bauch, ein Bart“ – zeigte, dass diese Kombination nicht nur optisch Eindruck macht, sondern auch sportlich höchst effizient sein kann. Von diesem Moment an führte der HSV das Spiel – und gab diese Führung auch nicht mehr her.

Dann die Szene der ersten Halbzeit: Rückkehrer Möritz wollte eigentlich nur verteidigen. Leider tat er das so unglücklich, dass der Schiedsrichter sofort die rote Karte zückte. Möritz durfte also früher duschen als geplant. Manche behaupten, er sei einfach nur besonders hygienisch gewesen und wollte schnellstens seine rote Körperbehaarung waschen.

Doch statt in Schockstarre zu verfallen, reagierte die dritte Mannschaft wie eine Mannschaft, die beschlossen hat: „Jetzt erst recht!“ Vor allem Hentrich drehte auf. Er spielte, als wäre er ein Ferrari in einem Seifenkistenrennen. Während andere noch versuchten, die richtige Richtung zu finden, war Hentrich schon zwei Spielzüge weiter und verteilte Bälle, als hätte er einen geheimen Cheatcode für perfekte Pässe. Mit diesem Tempo und viel Teamgeist zog der HSV davon und ging mit einer deutlichen 13:6-Führung in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel zeigte besonders Franz aus der A-Jugend, dass Nachwuchsarbeit beim HSV großgeschrieben wird. Immer wieder wurde er von Hentrich mit Pässen gefüttert, die so präzise waren, dass man meinen könnte, sie seien per GPS programmiert worden. Coach Schünemann nutzte die komfortable Führung und rotierte munter durch. Jeder durfte ran, jeder durfte glänzen – und jeder trug seinen Teil dazu bei, dass der Vorsprung weiter anwuchs.

Unter den zahlreichen Zuschauern saß auch Legende Schufft – tapfer, leidend, und vermutlich mit einem Eisbeutel, der inzwischen einen eigenen Namen hatte. Trotz der qualvollen Schmerzen seines linken kleinen Zehs feuerte er sein Team an wie ein Ein-Mann-Fanblock. Man munkelt, dass der Zeh beim Stand von 28:21 kurz zuckte – vermutlich vor Freude.

Am Ende stand ein hochverdienter und dominanter 31:24-Heimsieg für die dritte Mannschaft des HSV Haldensleben auf der Anzeigetafel.

#EinTEAM #BatterieFEUER!!

3.Männer: Tor: Witt, Michl, Feld: Deutschmann (3 Tore), Schulze E., Krüger, Franz (6), Möritz (1), Höchel (2), Hentrich (6), Gutsch (1), Schmidt (2), Vester (4), Lüer, Trültzsch (4), Schulze M. (2)

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