3.Männer triumphiert gegen HC Altmark II

(nsc) Es gibt Siege. Es gibt überraschende Siege. Und dann gibt es Spiele wie dieses – bei dem man sich hinterher fragt, ob man eigentlich ein Handballspiel gesehen hat oder die Erfindung nie endender Energie. Die dritte Herrenmannschaft des HSV Haldensleben stand nämlich zunächst kurz davor, das Spiel gegen den HC Altmark II gar nicht erst anzupfeifen. Zahlreiche Leistungsträger waren verhindert – verletzt, verhindert, verschollen oder vermutlich beim Kuchenessen der Schwiegermutter. Die Verlegung stand bereits bedrohlich im Raum. Doch Coach Schünemann, ein Mann mit der Hartnäckigkeit eines Staubsaugervertreters auf Koffein, begann eine Rekrutierungsoffensive, wie sie der Verein selten gesehen hat. Es wurde so ziemlich jeder angesprochen, der zumindest weiß, dass ein Handball kein rundes Leder ist. Das Ergebnis dieser historischen Sammelaktion: 15 Spieler im Kader, darunter Coach Schünemann höchstpersönlich, 3 Torhüter und ein Torwart, der kurzerhand zum Feldspieler umfunktioniert wurde: Lars Michl

Und Lars Michl bewies eindrucksvoll: Er ist nicht nur im Tor eine Granate, sondern auch als Feldspieler ungefähr so angenehm zu verteidigen wie ein Güterzug im Gegenverkehr.

Kaum war das Spiel angepfiffen, legte Haldensleben los wie die Feuerwehr beim Tag der offenen Tür. 4:0! Bevor der HC Altmark II überhaupt wusste, wo vorne und hinten ist, zappelte der Ball bereits viermal im Netz. Erst dann gelang den Gästen ihr erstes Tor – vermutlich aus purer Erleichterung.

Was folgte, war ein Spiel, das selbst neutrale Zuschauer mit offenem Mund zurückließ. Tore aus allen Lagen, schnelle Gegenstöße und spektakuläre Aktionen – und dass, obwohl die Mannschaft taktisch ungefähr so aufgestellt war wie eine Familienfeier beim Fußballspielen. Man muss nämlich wissen: Der Kader bestand größtenteils aus Kreisläufern und Außenspielern – also aus den objektiv besten Handballern, die dieser Sport hervorgebracht hat. Der Vorsprung wuchs Stück für Stück. Und dann kam DER Moment der ersten Halbzeit. Beim Stand von 11:6 bekam Tobias Jagla den Ball. Sein Bizeps – ungefähr so groß wie eine ausgewachsene Melone – spannte sich, der Wurf kam, und: 12:6! Die Halle tobte. Die Gegner überlegten kurz, ob sie nicht doch lieber Volleyball spielen sollten. Mit einer verdienten 15:10 Führung ging es in die Halbzeitpause.

Der Plan für die zweite Hälfte war simpel: Einfach genau so weitermachen. Und außerdem sollte jeder seine Chance bekommen – selbst diejenigen, die während des Spiels noch kurz nachfragten, ob sie hier eigentlich beim Handball sind oder bei einer Zuchttauben-Ausstellung. Das machte die Partie zwar etwas chaotischer, aber auch wieder spannend. Der HC Altmark II nutzte einige Unstimmigkeiten und kämpfte sich Tor um Tor heran. Doch näher als zwei Tore Abstand kamen sie nicht. Die Haldensleber Defensive hielt stand – unterstützt von Torhütern, Feldspielern und vermutlich auch ein bisschen Schicksal. Die Uhr tickte herunter. Die Spannung war greifbar. Dann – 3 Sekunden vor Schluss. Der Ball landete bei Sandro Gutsch, auch bekannt als „unser tschetschenischer Flummiball“. Ein kurzer Antritt, ein Sprung, ein Wurf – und BOOM! 28:25! Die Halle explodierte. Der viel umjubelte Siegtreffer war perfekt und besiegelte einen der wohl unerwartetsten – und gleichzeitig unterhaltsamsten – Heimsiege der dritten Herrenmannschaft.

#EinTEAM #BatterieFEUER!!

3.Männer: Tor: Kropf, Witt, Feld: Krause (5 Tore), Schulze (4), Dannehl (5), Frohse (2), Höchel (1), Gutsch (3), Schmidt, Vester (1), Michl, Jagla (1), Meusel, Schünemann, Trültzsch (6)

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